01-2018 Systemanalyse Andere Formen der Ehe

In der Schreckenswelt der Frau Kramp-Karrenbauer

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Der Schlußakt zum Thema „Ehe für alle“ ist zu Ende. Der Freistaat Bayern hat sich entgegen der vollmundigen Ankündigung im letzten Herbst nun doch entschieden, keine abstrakte Normenkontrolle durch das Bundesverfassungsgericht durchführen zu lassen. Die Begründung der Entscheidung läßt jedoch die Einsicht vermissen, dass die Öffnung der Ehe die überfällige Ausweitung eines Rechts, wenn nicht sogar das Zuerkennen eines zuvor aberkannten Rechts gewesen ist. Die in Auftrag gegebenen Gutachten kommen nämlich zu dem Schluß, dass die Erfolgsaussichten eines Verfahrens nur gering sind. Blamieren möchte der sich der Freistaat freilich nicht.

Die neue Generalsekretärin der Schwesterpartei hat ihre Bedenken gegen die „Ehe für alle“ ebenfalls noch nicht überwunden und ihrer Sorge Ausdruck verliehen, dass Forderungen nach einer Viel- oder Geschwisterehe nicht auszuschließen seien und auch ihre Warnung, dass man darauf achte müsse, dass durch die Öffnung der Ehe „das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts […] nicht schleichend erodiert“ steht noch im Raum. Zeit für einen Trip in eine düstere Welt voller Tabus…

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02-2017 Update durchführen: Ehe für alle

Am Abend davor

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Eigentlich hatte ich vor, eine Systemanalyse zu der Frage zu verfassen, warum die Öffnung der Ehe nicht nur rechtlich und moralisch geboten ist und wie diese umgesetzt werden kann.

Aber dann sorgte Volker Beck dafür, dass „Die Grünen“ in ihr Wahlkampfprogramm diesen Wandel in einer zwischenmenschlichen Begrifflichkeit als Forderung an eine zukünftige Koalition aufnahmen.

Ein Schmetterling schlug mit den Flügeln.

Und meine Systemanalyse wurde obsolet.

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01-2017 Systemanalyse: Homophobie III

Dritte Iteration

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„Die Welt dreht nur vorwärts“ ist einer meiner Lieblingssätze aus „Angels in America“. Und die Botschaft des Films ist immer wieder tröstlich, wenn sich die Finsternis in unserer Welt manifestiert. Aus Tschetschenien dringen schreckliche Berichte über die systematische Verfolgung und sogar Ermordung homosexueller Menschen durch in meine Welt ein und lassen mich fassungslos zurück.

Ist so etwas Grauenvolles im 21 Jahrhundert wirklich möglich? Nachdem zunächst nur queere Medien über das Geschehen berichtet haben, dragen die Berichte nun auch in die übrigen Medien vor. Inzwischen sind noch mehr schauerliche Details an das Licht der Öffentlichkeit gekommen. Die Frage, ob die Öffentlichkeit je vollständig erfahren wird, was seit Beginn der Verfolgung im Dezember in Tschetscheien vorgefallen ist, bleibt im Moment jedoch genauso unbeantwortet wie die Frage, ob die begangenen Verbrechen irgendwann gesühnt werden.

Und mich beschleicht das Gefühl, dass die Welt in ihrer Vorwärtsbewegung manchmal ins Stocken kommt.

Aber warum? Warum begehen Menschen aus homophoben Gründen sogar Verbrechen?

Es wird Zeit für den angekündigen Trip in die Finsternis. Ich wünschte, es gebe den aktuellen Anlass für diese Reise nicht.

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05-2016 Systemanalyse: Homophobie II

Zweite Iteration

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Dass in unserer Gesellschaft Homophobie  – wie bereits analysiert – immer noch existiert, haben mir zwei Redebeiträge in den letzten Wochen wieder ins Gedächtnis gerufen. Sei es Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der mit seinem Satz „So ist und bleibt die klassische Ehe die bevorzugte Lebensform der meisten Menschen – und das ist auch gut so“ zurecht in die Kritik gerät, oder EU-Kommissar Günther Oettinger, bei dem unter anderem sein innenpolitischen Rundumschlag „Die deutsche Tagesordnung mit Mütterrente, Mindestrente, Rente mit 63, Betreuungsgeld, der komischen Maut, die aber nicht kommen wird, bald noch mit der Pflicht-Homoehe, wenn sie eingeführt wird – die deutsche Tagesordnung genügt meiner Erwartung an deutsche Verantwortung in keiner Form“ Kopfschütteln bei allen Hörern seiner Rede auslöst.

Dass sich beide mehr oder weniger für die „Missverständnisse“ und „schlechten Gefühle“ entschuldigten haben, die durch ihre Beiträge aufgekommen sind, ändert nichts daran, dass der Inhalt ihrer Rede homophob ist. Warum sollte die Bevorzugung der Ehe als Lebensform besser sein als die Nichtwahl der Ehe oder die Wahl einer Lebenspartnerschaft? Wer käme auf die bizarre Idee, jemand könne eine „Pflicht-Homoehe“ einführen wollen?

Richtig: Homophobe Menschen. Aber warum? Woher kommt diese Angst?

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04-2016 Gespeicherte Datei öffnen: Trost

Tröstende Worte aus finsteren Zeiten für finstere Zeiten

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Nach den schrecklichen Geschehnissen der letzten Wochen, die als Nachrichten in mein Leben drangen und mich erst schauern und dann den Eindruck gewinnen liessen, die Welt habe sich endgültig in einen finsteren und wahnsinnigen Ort verwandelt, tut es Not, den Blick zu heben und die Perspektive zu erweitern.

Und sich zu erinnern. Früher war es auch nicht besser. Vieles war sogar schlimmer.

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03-2016 Systemanalyse: Homophobie I

Erste Iteration

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Wann immer jemand in einem Gespräch den Satz „Ich habe ja nichts gegen Schwule, aber…“ verwendet, kann mensch sich ziemlich sicher sein, dass die Fortsetzung mehr oder weniger elegant verborgen, bewußt oder unbewußt, mehr oder weniger homophob ausfällt. Aber was ist eigentlich Homophobie? Und warum lohnt es sich, um sie zu sprechen? Warum ist es vielleicht sogar erforderlich?

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02-2016 Grafikregler: Höherer Detailgrad

Der Blick auf die Opfer

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Auch 18 Tage später begleitet mich das Attentat von Orlando noch wie ein dunkler Schatten. Und vor achtundvierzig Stunden starben 44 Menschen durch drei Selbstmordattentäter am Flughafen Atatürk, 239 Menschen wurden verletzt.

Es gehört zur Berichterstattung dazu, dass die Täter, ihre Motive, ihre Vorgehensweise, die Reaktionen der Politik und Sicherheitsbehörden in den ersten Tagen im Zentrum der Ausmerksamkeit stehen. Die ersten berechtigten Fragen lauten Wer tut so etwas? und Waum?

Aber ohne ein Blick auf die Opfer bleibt das Bild, das die Berichte in Zeitschriften, Onlinemagazinen und im Fernsehen für uns entstehen lassen, unvollständig.

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